61 - Lowperformer
Wenn Leistung bei einem Mitarbeitenden ausbleibt, ist die Erklärung oft schnell zur Hand: mangelnder Wille, fehlende Motivation, falsche Haltung – oder ganz simpel Faulheit. Doch so einfach ist es selten und Faulheit ist kein Persönlichkeitsmerkmal. Leistung zeigt sich nicht unabhängig vom Kontext, sondern entsteht in Beziehungen, Strukturen, Erwartungen und auch Motivation. Wer genauer hinschaut, entdeckt Ursachen, die deutlich jenseits von Etiketten liegen – und Ansätze, die Entwicklung und Motivation überhaupt erst möglich machen.
Die Inhalte der Folge auf einen Blick:
- Die Einordnung von Mitarbeitenden als „Low Performer“ ist eine vereinfachende Zuschreibung, die Differenzierung verhindert und Führungskräften kurzfristige kognitive Entlastung verschafft.
- Leistung ist kein Persönlichkeitsmerkmal, sondern ein kontextabhängiges Verhalten, das sich unter veränderten Bedingungen entwickeln oder blockieren kann.
- Führung wirkt nicht durch Etikettierung, sondern durch präzises Beobachten von Verhalten und durch die Gestaltung leistungsförderlicher Rahmenbedingungen.
- Nachlassende Performance hat häufig eine Vorgeschichte und ist Ausdruck situativer, biografischer oder organisationaler Faktoren statt mangelnder Motivation oder „Faulheit“.
- Differenzierte Führung erfordert, wechselseitige Erwartungen, Motive und Werte sichtbar zu machen, um Leistung und Zufriedenheit miteinander zu verbinden.
- Auch wenn Leistungsentwicklung nicht immer möglich ist, sollte eine Trennung erst nach ernsthafter Differenzierung und Führungsarbeit als letzte Option in Betracht gezogen werden.
Dauer: 31:09 Min.
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