00:00:04: Sprecher 1 Willkommen beim Podcast 'Business Coaching and More' von Doktor Christopher Rauen und Andreas Steinhübel.
00:00:11: Sprecher 1 Informationen und Inspiration für Coaching-Profis und alle, die es werden wollen.
00:00:18: Sprecher 2 Mein Name ist Christopher Rauen.
00:00:19: Sprecher 3 Und mein Name ist Andreas Steinhübel.
00:00:22: Sprecher 3 Wir arbeiten beide seit über 25 Jahren als Business Coaches und sind ursprünglich Diplom-Psychologen.
00:00:27: Sprecher 2 Und mit diesem Podcast wollen wir
00:00:30: Sprecher 2 ein bisschen über das Thema Coaching aufklären und auch über den Tellerrand hinausblicken.
00:00:34: Sprecher 3 Und heute haben wir einen ganz spannenden Gast und ein spannendes Thema.
00:00:38: Sprecher 3 Wir freuen uns gleich sehr auf Sophie Schlömann aus Berlin und unterhalten uns heute über ein sehr ernstes und vielleicht doch fröhliches Thema, wer weiß das schon, Thema Verlust.
00:00:48: Sprecher 3 Sophie, du sitzt in Berlin und beschäftigst dich lange Zeit auch schon mit dem Thema Verlust, Trauer, arbeitest als Coach und vielleicht magst du ein bisschen über dich erzählen.
00:00:59: Sprecher 4 Ja, mach ich sehr gerne.
00:01:00: Sprecher 4 Vielen Dank für die Einladung.
00:01:02: Sprecher 4 Mein Name ist Sophie Schlömann.
00:01:03: Sprecher 4 Ich arbeite, wie ihr es schon gesagt habt, als Coach in Berlin, hab mich da mit dem Thema berufliche Neuorientierung spezialisiert und sprech auch viele Menschen an, die mit diesem Thema zu mir kommen und das Thema Verlust sehr präsent haben, aus den unterschiedlichsten Gründen.
00:01:22: Sprecher 4 Und deswegen ist das heute auch das Thema, was, was wir heute besprechen wollen.
00:01:28: Sprecher 4 Ich bin auch ehrenamtlich noch als Trauerbegleiterin unterwegs und da ist das Thema natürlich auch ganz besonders präsent.
00:01:35: Sprecher 4 Und ich sehe aber immer wieder viele Parallelen im Coaching, in der Trauerbegleitung und find das ganz spannend.
00:01:42: Sprecher 4 Darüber hinaus hab ich noch mein eigenes kleines Unternehmen gegründet, Coachingzeugs, vertreib da mein eigenes Coachingmaterial,
00:01:49: Sprecher 4 was ich da im Zuge meiner Arbeit entwickelt habe und ja, bin heute hier, freue mich sehr über das Thema Verlust zu sprechen mit euch und find gut, dass ihr das so präsent mit aufnehmt.
00:02:01: Sprecher 2 Also ich find ja, das ist 'n sehr spannendes Thema, wir hatten ja im Vorgespräch uns drüber unterhalten und da hat mich das ja auch so relativ spontan halt angetriggert, weil ich glaube, dass es 'n ganz elementarer Bestandteil der menschlichen Existenz ist.
00:02:16: Sprecher 2 schlicht und ergreifend deswegen, weil wir selber endliche Wesen sind.
00:02:19: Sprecher 2 Wir haben ja unlängst auch 'n Podcast noch gemacht zum Thema Endlichkeit und es bedeutet Verlust.
00:02:25: Sprecher 2 Ja, wir verlieren halt alles, am Ende unser Leben und alles, was wir besitzen, sag ich immer so 'n bisschen spaßig, aber leider ist es ja auch ernst, ist nur geliehen.
00:02:36: Sprecher 2 Wir denken manchmal, dass wir Dinge besitzen, aber das ist nur temporär so der Fall, ne?
00:02:42: Sprecher 2 Und damit mach ich mir persönlich auch immer klar, dass auch insbesondere materieller Besitz
00:02:46: Sprecher 2 etwas ist, was deutlich flüchtiger ist, als man gemeinhin denkt und damit zwangsläufig natürlich der Begriff des Verlustes im Raum steht, ne?
00:02:57: Sprecher 2 Und das ist, finde ich, ein total universelles Thema.
00:03:00: Sprecher 2 Wie geht dir das, Andreas, wenn du an Verlust denkst?
00:03:03: Sprecher 3 Ja, ist ganz spannend.
00:03:04: Sprecher 3 Ich hänge gerade so an dieser Frage, du hast das gerade so angeboten, Verlust auf mehreren Ebenen.
00:03:09: Sprecher 3 Also, es kann ja Verlust eines Menschen sein, der mir nahe stand, auch vielleicht Verlust von eigenen Fähigkeiten, Verlust des Arbeitsplatzes, ne?
00:03:18: Sprecher 3 So und ich glaube, das begegnet uns gerade zahlreich und für mich ist immer so die Frage, an was halten wir fest, ne?
00:03:25: Sprecher 3 So und ich wär, wär, wär sozusagen einmal zum Einstieg noch mal ganz neugierig, wie bist du selbst zum Thema gekommen?
00:03:32: Sprecher 3 Also meistens haben wir ja einen eigenen Bezugspunkt, vielleicht vielleicht gibt es Neugierde, Interesse, aber wie.
00:03:37: Sprecher 3 Wie hat dich das Thema Verlust sozusagen entdeckt?
00:03:41: Sprecher 4 Das Thema Verlust hat mich ja wahrscheinlich klassisch über den, was heißt klassisch, ist ja überhaupt nicht klassisch, aber das Thema Tod und Trauer hat mich sehr angesprochen und ich bin damit häufiger in Berührung gekommen.
00:03:55: Sprecher 4 In ja, vor ein paar Jahren fing das an, dass ich in meinem Umfeld, dass es dann schon irgendwie zu Trauerfällen kam, zu Todesfällen,
00:04:04: Sprecher 4 Verlust von von Kindern bei Geburt und habe gemerkt, dass mich das zwar sehr berührt, aber nicht abschreckt und ich weiterhin mit den Menschen in Kontakt treten kann, dass das offensichtlich etwas ist, was mich nicht so abschreckt, wie es viele andere Menschen abschreckt.
00:04:20: Sprecher 4 Und das wollte ich gern in meine Arbeit einbinden und habe dann mich mit dem Thema näher beschäftigt, eine Ausbildung gemacht zur Trauerbegleiterin
00:04:30: Sprecher 4 engagier mich da auch viel ehrenamtlich.
00:04:33: Sprecher 4 Ja, und so kam das einfach, dass mich dieses Thema immer mehr begleitet.
00:04:39: Sprecher 3 Ich find ganz spannend, wenn du sagst, berührt, aber nicht abschreckt, ne, weil ich erleb das bei vielen so, dass vielleicht ist es, weiß gar nicht, ob es, ob es ein Teil der westlichen Kultur auch sein mag, dass wir so Verlust auch auf unterschiedlichen Ebenen leicht in eine Ecke drücken, sagen da, da reden wir nicht drüber, ne, so da machen wir den Mantel des Schweigens,
00:05:00: Sprecher 3 du hast das gerade so gesagt, auf mehreren Ebenen, was, was sind so die Verlustthemen, vielleicht die du im Coaching erlebst?
00:05:08: Sprecher 3 Vielleicht magst du einmal ein bisschen, bisschen so, so einen ersten Einblick in deine Praxis geben, wo, wo so Verlust im im umfassenden Sinne eine Rolle spielen mag.
00:05:18: Sprecher 4 Mhm, also Verlust, wie du es schon, du hast ja schon so ein paar aufgezählt, also klassisch ist bei mir, dass die Trauer um den Arbeitsplatz, also dass der
00:05:29: Sprecher 4 der ist dann in dem Stadium, wo die Menschen im Coaching sind, sind sie natürlich schon wieder einer anderen Verfassung.
00:05:35: Sprecher 4 Aber das beschäftigt auch viele noch sehr, einfach weil damit auch oft eine starke Identität verknüpft ist.
00:05:41: Sprecher 4 Man ist lange im Unternehmen, lange in dem Bereich tätig und das ist mit einmal weg, in welcher Art auch immer der Abgang dann zustande gekommen ist.
00:05:49: Sprecher 4 Das ist ein Thema, das Thema Gesundheit, Verlust meiner Gesundheit.
00:05:54: Sprecher 4 Ich kann nicht mehr so wie ich vorher war, ich muss mir jetzt, muss mich neu aufstellen, muss mir neu überlegen.
00:06:00: Sprecher 4 welche welchen Job kann ich denn jetzt tun mit meinen Möglichkeiten, die ich jetzt habe?
00:06:05: Sprecher 4 Und da kommt das Thema Trauer, vielleicht auch Wut auf die Situation, wie sie ist und mit diesen neuen Umständen umgehen zu müssen, kommt da auch ziemlich häufig vor.
00:06:16: Sprecher 4 Das Thema Tod eines nahestehenden Menschens ist im im Coaching auch durchaus Thema, wenn Menschen nach einer Zeit
00:06:29: Sprecher 4 oder in in einer bestimmten Trauerphase, Trauerzeit, grad nicht mehr arbeiten, dann wieder versuchen in den Job einzusteigen mit dem alten Arbeitgeber, aber hadern, Werte sich komplett verschieben durch so ein schicksalhaftes Ereignis, die dann auch wieder auf neuer Suche sind und gucken, was, was, was bringt denn jetzt der Sinn im Leben und wollen sie einfach noch mal ganz neu engagieren und aufstellen.
00:06:53: Sprecher 4 Und das sind ja diese 3 sind so vordergründig.
00:06:58: Sprecher 2 Jetzt versuchen wir ja für unsere Hörerinnen und Hörer immer auch so 'n bisschen Impulse zu geben, was kann ich denn selber tun, was, wie kann ich mit so 'ner Situation umgehen und wahrscheinlich sind auch einige jetzt gerade dabei, die zuhören, die genau in so 'ner Situation sind, dass sie in unterschiedlicher Art und Weise mit einem Verlust umgehen müssen.
00:07:18: Sprecher 2 Gibt es aus deiner Sicht gute Handlungsimpulse oder vielleicht sogar Strategien oder vielleicht sogar das Gegenteil, was sollte man vielleicht nicht machen, wenn man
00:07:27: Sprecher 2 in so einer Trauersituation ist, die aus einem Verlust daraus entsteht.
00:07:33: Sprecher 4 Also ich halt mich immer so zurück mit Universalstrategien, das ist immer sehr schwierig, weil jedem jeder tickt ja anders und braucht in der Situation was.
00:07:43: Sprecher 4 Jeder hat aber andere Verarbeitungsstrategien und Mechanismen, die in dem Moment irgendwie gut tun.
00:07:47: Sprecher 4 Der eine stürzt sich dann in irgendwie andere Aktivitäten, der nächste wird lethargisch und ist erschöpft und traut sich
00:07:56: Sprecher 4 will gar nicht mehr in die Welt hinaus und von daher ist es da äußerst, kann man gar keinen allgemeinen Ratschlag geben, außer in der Zeit vielleicht sehr gnädig mit sich zu sein, auch so ein bisschen das das anzunehmen.
00:08:10: Sprecher 4 Es klingt immer etwas bilderbuchhaft, aber tatsächlich einfach mit dem Zustand umzugehen, dass er so ist, Dinge zu tun, die die gut tun, wo man weiß, das verschwendet mir gerade Kraft, das
00:08:24: Sprecher 4 gibt mir Energie, ich umgebe mich mit Menschen, die mir gut tun, die die mir vielleicht zuhören, die das auch sehen, wie es mir gerade geht.
00:08:34: Sprecher 4 Ja, das sind so vielleicht übergeordnete Strategien, die vielleicht vielen Menschen helfen könnten.
00:08:40: Sprecher 4 Und ansonsten denke ich, muss man immer genauer hingehen, der und schauen, der eine braucht vielleicht ein kleines Abschiedsritual oder ein Begrüßungsritual für was Neues, der Übernächste kann damit wieder so gar nichts anfangen.
00:08:55: Sprecher 4 Von daher behalte ich mich da immer sehr zurück mit so diesen allgemeinen Strategien, aber oft ist es wichtig, einfach das auch zum Ausdruck zu bringen, entweder mit Menschen zu sprechen, das aufzuschreiben.
00:09:07: Sprecher 2 Du sprachst gerade vom Thema Ritual, wie wichtig das ist in dem Kontext und gerade ganz spontan musste ich da auch an meine Kinder denken, wenn die so Abschied genommen haben von ihren Milchzähnen.
00:09:21: Sprecher 2 weil das ist ja, glaube ich, so eines der ersten Rituale, die Kinder so halbwegs bewusst mitbekommen, wenn das Leben einigermaßen gut gelaufen ist, zumindest verlieren so ihre Zähne und dann machen die Eltern ja so, wir haben das jedenfalls so gemacht, das das Ritual, dass dann die Zahnfee kommt und dann gibt es was Schönes, wenn das dann vernünftig hinterlegt wird und so weiter, ne, das finde ich auch 'ne ganz süße spielerische Art mit mit dem Thema Verlust umzugehen,
00:09:48: Sprecher 2 weil erstmal ist es ja gar nicht so was Positives, ne.
00:09:52: Sprecher 2 Also es wird ja dann hoffentlich später was Positives, wenn dann die richtigen Zähne kommen.
00:09:56: Sprecher 2 Aber für die Kinder selber ist es ja so, oh da, das wackelt und das fällt halt raus und man hat diese Zahnlücken, das ist ja erstmal gar nicht so einfach für manche Kinder.
00:10:05: Sprecher 2 Und das finde ich dann schön, dass man diesen kleinen Verlust, vielleicht diesen ersten Verlust, den Kinder dann so erfahren, einigermaßen bewusst erfahren, da mit so einem ja auch freudigen Ritual dann letzten Endes so
00:10:18: Sprecher 2 begleitet.
00:10:19: Sprecher 2 Ich glaub, dass das wahrscheinlich auch so 'n Unterschied ausmacht, dass man sehr früh lernt, wie man konstruktiv oder vielleicht auch nicht so schön mit dem Thema Verlust halt umgehen kann, ne.
00:10:30: Sprecher 2 Also da hab ich ja auch so unterschiedliche Sachen erlebt.
00:10:32: Sprecher 2 Also für manche ist ja auch so, wenn das Meerschweinchen dann stirbt, ist das schon sehr, sehr schlimm und für andere hält sich die Trauer in Grenzen, um es mal so zu formulieren, ne.
00:10:43: Sprecher 2 Und da, da sieht man schon, relativ früh, ja, da sieht man relativ früh, gibt es ja
00:10:48: Sprecher 2 große Unterschiede.
00:10:49: Sprecher 2 Manchmal machen sich da die Eltern mehr Sorgen als die Kinder.
00:10:52: Sprecher 2 Das finde ich auch ganz faszinierend.
00:10:55: Sprecher 2 Ne, die Kinder sind da häufig resilienter als man denkt.
00:10:58: Sprecher 2 Ne, wie sieht da deine Erfahrung, Andreas, du hast ja auch 2 Töchter großgezogen.
00:11:02: Sprecher 3 Ich musste auch gerade so schmunzeln an an die an die Zahnfeen und so.
00:11:07: Sprecher 3 Aber ich fand total spannend, was du sagst.
00:11:09: Sprecher 3 Ich teile das sehr.
00:11:10: Sprecher 3 Also ich glaube, es kann keine allgemeinen Rezepte geben, ne, wenn ich bewusst mal so 'n Begriff einführe.
00:11:16: Sprecher 3 aber doch so eine Grundstrategie und die heißt ja, jeder Verlust und jede Verarbeitung ist wirklich anders, ne.
00:11:25: Sprecher 3 So, ich glaube, dass das vielleicht auch noch mal so ein Unterschied so zwischen klugen Ratschlägen, Wandkalendern und den den coachenden Ansatz, den den du anbietest, ist ne.
00:11:36: Sprecher 3 So, also genau zu gucken und ich fand fand noch mal ganz wichtig, so dieses Thema, gnädig zu sein zu sich, ne.
00:11:43: Sprecher 3 So und
00:11:45: Sprecher 3 Ich glaube, wir können vorher nicht wissen, wie wir reagieren auf einen wirklich für uns relevant empfundenen Verlust und dann eben nicht zu sagen, so jetzt so diese innere Härtestimme reißt sich zusammen oder was auch immer, ne.
00:12:00: Sprecher 3 So, ich mach mal so was ganz Retromäßiges, ne.
00:12:04: Sprecher 3 So, weil das, glaub ich, schon noch in uns sitzt, ein Mann weint nicht, ne.
00:12:08: Sprecher 3 So,
00:12:09: Sprecher 3 ja, so ein Indianer kennt, ne, und ein Indianer kennt keinen Schmerz, so ne, so diese ganzen alten saudämlichen Sprüche, immer so, sondern gnädig zu sein und ja, einfach für mich tragbaren Weg zu finden, ne, so.
00:12:24: Sprecher 3 Ich bin bei einer Stelle noch mal noch mal interessiert, wenn wir mal nebeneinander liegen, Verlust eines Arbeitsplatzes und Verlust eines nahestehenden Menschen, würdest du sagen, ist das ähnlich unähnlich einfach in der
00:12:39: Sprecher 3 Art und und damit umzugehen, oder ist es, ist es ähnlich, weil ich hab tatsächlich irgendwann mal gelesen, dass der Verlust eines Arbeitsplatzes in der Schmerzskala durchaus vergleichbar sein kann mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen.
00:12:56: Sprecher 3 Das würd mich so aus deiner Erfahrung mal interessieren, also wie, wie schmerzhaft beschreiben das vielleicht deine Klientinnen auch?
00:13:04: Sprecher 4 Ich hab tatsächlich diese Schmerzskala noch nie so nebeneinander aufgemacht, würd mich das auch gar nicht unbedingt trauen, weil wenn ich dir vielleicht diesen Vergleich zwischen Menschen, die 'n nahestehenden Menschen verloren haben, bei mir in der Trauerbegleitung und Menschen, die 'n Arbeitsplatz verloren haben, die ins Coaching kommen, sind ja an einer ganz anderen Stelle in ihrem
00:13:29: Sprecher 4 ich sag mal Trauerprozess angelangt, die sitzen bei mir, wenn sie schon wieder nach vorne schauen können, wenn sie wieder in so einem konstruktiven Modus sind, wenn sie sich ausprobieren wollen, wenn sie einfach wissen, O.
00:13:40: Sprecher 4 K., jetzt ist es so und ich muss da durch und muss mir jetzt einfach was Neues suchen.
00:13:45: Sprecher 4 Deswegen unter einer Trauerbegleitung habe ich Menschen, die teilweise so ganz am Anfang, wenn man das überhaupt so nennen kann, von diesem Zeitablauf her, aber die da noch relativ am Anfang stehen.
00:13:58: Sprecher 4 ich tue mich da sehr schwer, das miteinander zu vergleichen, sowieso Verluste miteinander zu vergleichen, der Schmerz, der so individuell empfunden wird, das das würd ich jetzt nicht so unterschreiben.
00:14:13: Sprecher 4 In der Trauerbegleitung hab ich halt Menschen, die die wo man auch körperlich diese diesen Schmerz, diese Trauer auch ganz stark sieht, die sehr erschöpft sind, die
00:14:27: Sprecher 4 gar nicht mehr zu einem richtigen Alltag in der Lage sind.
00:14:30: Sprecher 4 Und die Menschen habe ich im Coaching bei mir natürlich nicht, weiß nicht, wie das vorher bei denen in der Regel war.
00:14:35: Sprecher 2 Na ja, ich glaube, was du gerade angesprochen hast, Andreas, das kommt aus der Glücksforschung, ne?
00:14:41: Sprecher 2 Und das ist ja eher Verhaltensökonomie, das wird, glaube ich, von Volkswirten betrieben, die dann vergleichen, wie viel Geld müsste ich bekommen, damit das Glück, was ich dabei empfinde, ein Unglück wieder ausgleicht, ne?
00:14:54: Sprecher 2 Und auf diese Dollarkurse gerechnet,
00:14:56: Sprecher 2 vergleichen die dann verschiedene Verluste miteinander.
00:14:59: Sprecher 2 Also dann ist dann irgendwie, ich sag jetzt mal 'n bisschen spaßig, ne, auch wenn das Thema ernst ist, da ist dann der Verlust des Fußes ist dann gleichbedeutend mit dem, also so berechnen die das mit dem Verlust des Arbeitsplatzes, ne.
00:15:11: Sprecher 2 Das ist natürlich Ökonomie.
00:15:13: Sprecher 2 Ich glaub, das macht für unseren Ansatz so zu arbeiten nur bedingt Sinn, zumal das den Klienten auch nicht wirklich weiterhilft in der Situation, würde ich zumindest mal behaupten.
00:15:23: Sprecher 2 Find ich allerdings durchaus,
00:15:26: Sprecher 2 interessant, dass man das halt auch so betrachten kann.
00:15:29: Sprecher 2 Da merk ich immer, dass ich mehr Psychologe bin als Volkswirt.
00:15:33: Sprecher 2 Das wird wohl nichts mehr mit mir in diesem Leben, aber das macht es ja eben auch spannend, wenn man so auch interdisziplinär halt auf solche Themen halt drauf schaut.
00:15:44: Sprecher 2 Was mich, was mich halt beschäftigt beim beim Thema Verlust ist, kann es ein ein
00:15:51: Sprecher 2 einen verarbeiteten Verlust geben, im positiven Sinne verarbeiteten Verlust geben und danach bin ich noch der gleiche oder die gleiche.
00:16:00: Sprecher 4 Ich glaube, nach 5 Jahren ist man nie der gleiche wie vor 5 Jahren, egal was in der Zeit passiert ist und was man alles verloren hat.
00:16:08: Sprecher 4 Und nein, denke ich nicht.
00:16:10: Sprecher 4 Also ich denke nicht, würde ich nämlich.
00:16:12: Sprecher 2 Auch, würde ich nämlich auch behaupten, ne, auch meine Arbeitshypothese, beweisen kann ich das jetzt logischerweise nicht, aber ich glaube 'ne 'ne reife
00:16:22: Sprecher 2 gewollte und manchmal auch intensive Verarbeitung von Verlust ist auch 'ne 'ne richtig große Chance für Selbstentwicklung.
00:16:32: Sprecher 4 Mhm.
00:16:33: Sprecher 2 Also wär zumindest, wie gesagt, mein Erleben und meine meine Hypothese daraus.
00:16:38: Sprecher 3 Nee, ich glaub so, also ich hab hab grad so 'n so 'n so 'n einfaches Bild, das hat ja auch was mit Platz schaffen.
00:16:46: Sprecher 3 Also wenn wenn wir, wenn wir jetzt ganz bewusst mal für 'n Moment nicht an Menschen denken,
00:16:51: Sprecher 3 sondern an Gegenstände ist eine Analogie jetzt, die ich anbiete, ne.
00:16:54: Sprecher 3 Also was ich verloren habe, ist nicht mehr meins und ich hab im Regal meines Lebens vielleicht dadurch ein bisschen mehr Platz gewonnen für etwas Neues, ne.
00:17:04: Sprecher 3 So ja, und gleichzeitig mach ich gerne, wenn wenn wenn Teams sehr schnell über einen Kollegen hinweggehen oder eine Kollegin weggehen, die nicht mehr da ist, ne, mach ich ein Hamstervergleich.
00:17:20: Sprecher 3 Ich erzähl kurz diesen Hamstervergleich.
00:17:22: Sprecher 3 Also tun wir so, wir hätten einen Hamster und wir haben diesen Hamster sehr geliebt und wir verlieren diesen Hamster.
00:17:29: Sprecher 3 Also der Hamster stirbt und es kommt jemand auf dich zu und sagt: 'Mensch, ist doch nicht so schlimm, kauf dir einen neuen.' Ne, so dann ist das eine Nichtwürdigung der Verlustphase.
00:17:42: Sprecher 3 Ne, so und das erlebe ich eben ganz, ganz viel in in Unternehmen gerade, dass Menschen extrem schnell
00:17:50: Sprecher 3 mit Verlusten umgehen und da hab ich so, so den leisen Verdacht, das ist nicht Verarbeitung, sondern Verdrängung.
00:17:58: Sprecher 3 So, ja, also da, da bin ich fast ein bisschen in Sorge, da tut es uns vielleicht gut, noch mal also den, den Exhamster zu würdigen, so und nicht, nicht schnell zu sagen, ah, Thomas ist weg, jetzt kommt Erwin, tschüss, ne, so.
00:18:13: Sprecher 4 Wahrscheinlich gilt das, ich kann mir vorstellen, der Hamsterbesitzer findet das nicht so witzig.
00:18:20: Sprecher 4 Der hat damit eher zu knabbern, aber das Umfeld um ihn herum, das erstmal sagt: "Oh ja, schade, dein Hamster, das tut mir sehr leid." Nach einer Woche kommt: "Jetzt kannst du dir da einen neuen kaufen." Und nach drei Wochen kommt: "Mensch, was bist du denn immer noch so traurig?
00:18:33: Sprecher 4 Du hast doch nur einen Hamster oder hast vielleicht keinen?
00:18:36: Sprecher 4 Warum hast du dir denn immer noch keinen gekauft?" Ich glaube, dieses Verständnis.
00:18:40: Sprecher 4 ist, was was das Umfeld dann vielleicht auch nachvollziehbar Weise nicht mehr so an den Tag legen kann, weil für die dreht sich die Welt natürlich weiter.
00:18:50: Sprecher 4 Aber der derjenige, der diesen Verlust erleidet, ist die, ist der hat 'n anderes Zeitempfinden für den, der ist ja noch in ganz anderen Stationen, ne.
00:19:00: Sprecher 4 Also ich bin natürlich jetzt wieder beim Hamster.
00:19:03: Sprecher 3 Ja.
00:19:03: Sprecher 2 Die Empathie, sag ich immer, ist ungleich verteilt unter den Menschen.
00:19:08: Sprecher 4 Ja, und auch wahrscheinlich die eigene Betroffenheit.
00:19:12: Sprecher 4 Ist natürlich nicht so stark betroffen und deswegen, da ist glaube ich manchmal diese Diskrepanz zwischen ich, ah ja, stimmt, das?
00:19:20: Sprecher 2 Ich muss das manchmal übersetzen, merke ich immer wieder in meiner Arbeit.
00:19:26: Sprecher 2 Ich habe ja manchmal mit Menschen zu tun, die sagen wir mal etwas eher empathiefern sind, um es freundlich zu formulieren.
00:19:35: Sprecher 2 Ja, das ist ja berufliche Deformation, wenn ich das dann halt immer, ne.
00:19:38: Sprecher 2 Das liegt halt in der Natur der Sache, wenn man bestimmte Jobs halt macht und ich lass alles an mich heran, dann bin ich nicht mehr handlungsfähig.
00:19:45: Sprecher 2 Das geht nicht, ne.
00:19:47: Sprecher 2 Also man braucht auch 'n Schutzsystem.
00:19:49: Sprecher 2 Manchmal ist es dann halt schwer, die Schutzweste abends wieder auszuziehen, ne.
00:19:52: Sprecher 2 Das ist dann der Nachteil bei der ganzen Geschichte.
00:19:55: Sprecher 2 Und da merk ich schon manchmal, dass ich so 'ne Übersetzungshilfe geben muss bei manchen Menschen.
00:20:03: Sprecher 2 und dann etwas finden muss, was die berührt, um dann so 'ne Übersetzung zu geben und schauen Sie mal, das ist für Sie so wie für den anderen das und das, ne, oder andersrum und dann macht es häufig auch erst Klick.
00:20:16: Sprecher 2 Also aber von alleine mach ich dann auch so die Erfahrung, was stellt der sich so an, wo ist das Problem, ne.
00:20:23: Sprecher 2 Und dann sag ich, ja, aber stellen Sie sich mal vor, Sie würden und ach so, ne, nee, das ist natürlich was anderes, so ne.
00:20:31: Sprecher 2 Und das find ich dann immer ganz spannend, also so diesen Perspektivenwechsel im Coaching herbeizuführen und zu sehen, oh, jetzt entsteht auf einmal tatsächlich echte Betroffenheit und vielleicht auch Verständnis, vielleicht sogar für 'n Moment lang die Bereitschaft, sich davon berühren zu lassen.
00:20:50: Sprecher 2 Ja, und ich glaub, dass das ganz wesentlich ist, wenn man mit anderen Menschen in Dialog treten will und auch, glaub ich, ganz wesentlich ist für Führungskräfte.
00:20:59: Sprecher 2 Es gibt
00:21:00: Sprecher 2 aus meiner Erfahrung heraus gesprochen, gibt es kein Business ohne Emotionen, ne.
00:21:04: Sprecher 2 Das ist ja immer so 'ne beliebtes beliebte Illusion zu sagen, jetzt bleiben wir mal schön sachlich oder Gefühle lassen wir jetzt mal hier außen vor und solche, wo ich immer denke, ja, warum machen wir das hier alles eigentlich, ne.
00:21:18: Sprecher 2 Also für mich ist ja Business Emotionen pur und sonst würde man das ja auch alles gar nicht machen.
00:21:25: Sprecher 2 Selbst wenn man sagt, wir machen das nur für Geld, da sag ich ja,
00:21:27: Sprecher 2 was verbinden Sie denn mit Geld, ne, wenn das nicht emotional ist, dann weiß ich es nicht, ne.
00:21:32: Sprecher 2 Und auch die die Gier, die teilweise damit verbunden ist und die Angst, die teilweise damit verbunden ist, also das sind ja Emotionen vom Allerfeinsten, die einem dann dargeboten werden.
00:21:41: Sprecher 2 Und das finde ich dann persönlich spannend, wenn den Leuten halt klar wird, dass sie häufig deutlich emotionaler sind, als ihnen bis vor 5 Minuten noch bewusst war.
00:21:52: Sprecher 2 Und dann sind wir bei dem Thema Verlust.
00:21:56: Sprecher 2 Aber Verlust von einem Fehlbild von mir selbst.
00:22:00: Sprecher 3 Mhm.
00:22:01: Sprecher 2 Das sagt: "Oh, stimmt, da habe ich noch nie drüber nachgedacht." Aber jetzt merke ich, da könnte was dran sein.
00:22:08: Sprecher 2 Und dann sagen die meistens:
00:22:10: Sprecher 2 Ja, da muss ich in Ruhe noch mal drüber nachdenken, ne?
00:22:12: Sprecher 2 Aber das machen wir nicht jetzt so, nachdem wir jetzt machen, mit dem Coachingzeug machen wir mal weiter.
00:22:20: Sprecher 2 Deswegen find ich das.
00:22:21: Sprecher 3 Übrigens auch super, ne?
00:22:22: Sprecher 3 Mit mit Coachingzeug.
00:22:23: Sprecher 2 Dass du das, dass du das Coachingzeug genannt hast, dachte ich, ja, das ist, ich fand es originell.
00:22:29: Sprecher 3 Ja, sehr, sehr gut, sehr gut.
00:22:30: Sprecher 3 Wir machen, machen, machen mal ein bisschen Werbung für Coachingzeug de.
00:22:33: Sprecher 3 ist es, ne?
00:22:34: Sprecher 3 Coachingzeug de.
00:22:37: Sprecher 3 Ja, genau, korrekt, Zeug.
00:22:37: Sprecher 3 Willst du da
00:22:38: Sprecher 3 Ganz kurz was zu sagen, nur einmal, dass man es einordnen kann.
00:22:41: Sprecher 3 Was, was, was, was, was ist das?
00:22:43: Sprecher 4 Das sind Fragekarten.
00:22:45: Sprecher 4 Also, ich habe im Zuge meiner Arbeit für mich immer wieder so Karten entwickelt.
00:22:49: Sprecher 4 Ich hatte immer alles auf irgendwelchen Zetteln stehen und das flog dann immer durcheinander.
00:22:54: Sprecher 4 Einfach um schnell ein Impuls zu haben oder um gezielt durch bestimmte Themen zu führen, hab ich mir da so ein paar Karten zusammengeschustert, die andere aber ziemlich toll fanden, die auch in meinem Coachingumfeld sind, die auch gerne haben wollten und da entstand die Idee und die gibt es für unterschiedliche Themenstellungen, die im Coaching einem so über den Weg laufen und begegnen und das sind ja Fragekarten, um den Dialog anzuregen, um ins Tun zu kommen, das spielerisch einzusetzen.
00:23:22: Sprecher 3 Schön, also das auch noch mal ne und unterstrichen jetzt an der Stelle.
00:23:25: Sprecher 3 Vielleicht magst du, weißt ja, dass dass unsere Hörerinnen immer so auch gerne noch mal so so Fallbeschreibungen im weitesten Sinne, ne.
00:23:32: Sprecher 3 Vielleicht gibt es gibt es so irgendwie 'n Fall, der dir besonders ja vielleicht präsent ist oder wo du sagst, ah da da machst du vielleicht auch noch mal deine Art der Arbeit dran deutlich, ne.
00:23:42: Sprecher 3 Vielleicht magst du noch mal so bisschen in so in so 'ne Fallskizze sozusagen einsteigen.
00:23:48: Sprecher 4 Ja,
00:23:49: Sprecher 4 im im Sinne Coaching mit diesem Verlustthema, wenn wenn die Menschen zu mir kommen, ja.
00:23:55: Sprecher 4 Was ich gern mache, ist so eine Art biografischer Ansatz, einfach durch Themenstelle oder durch durch Lebensstationen durchzuleiten, mir davon berichten zu lassen, die die sehr prägend waren im, das müssen jetzt nicht positiv oder besondere können positiv, können aber auch negativ besetzte Stationen sein.
00:24:19: Sprecher 4 oder sehr erfolgreich oder einfach in einer gewissen Art und Weise eben sehr präsent, sehr prägend sein.
00:24:24: Sprecher 4 Die lass ich mir gern so beschreiben und dann noch mal so, versuch ich das dann noch mal in meinen Worten zusammenzufassen und habe aber so 'n sehr großes Stärkenohr dabei.
00:24:35: Sprecher 4 Also versuche da wirklich so die Stärken herauszufinden, die die Fähigkeiten, die Kompetenzen, die einen durch diese Zeit gebracht haben.
00:24:44: Sprecher 4 Und das ist, find ich, noch mal eine schöne Methode, wenn man das dann noch mal so zusammenfasst, gemeinsam noch mal rekapituliert, um zum einen gewissen Stolz zu empfinden, was man alles geschafft hat und was man sich alles auf die Fahne schreiben kann und gleichzeitig aber mit Stationen, die eben eher negativ konnotiert sind, die man gerne aus der Erinnerung streicht, auch so seinen Frieden zu finden und zu sehen,
00:25:08: Sprecher 4 es war auch für etwas gut.
00:25:10: Sprecher 4 Ich habe dadurch etwas gelernt.
00:25:12: Sprecher 4 Ich bin irgendwie weiter oben wieder rausgekommen, als ich reingekommen bin.
00:25:16: Sprecher 4 Das ist für dich eine sehr wirksame Methode.
00:25:20: Sprecher 4 Die Menschen erzählen das noch mal, kommen noch mal in die Situation rein, erleben das noch mal.
00:25:25: Sprecher 4 Ich gebe es noch mal in anderen Worten wieder.
00:25:27: Sprecher 4 Wie gesagt, hör da aus einer ganz anderen Perspektive und gebe damit auch die Chance, diese Perspektive wahrzunehmen und auch zu sehen, ach ja, stimmt.
00:25:36: Sprecher 4 ja, so war das und so kann man sie auch sehen.
00:25:39: Sprecher 4 Ja, Menschen da wieder bestärkt aus den aus den Station auf die Station blickend lassen zu können.
00:25:47: Sprecher 2 Gibt es aus deiner Sicht eigentlich irgendwas, was man nicht verlieren kann?
00:25:52: Sprecher 2 Ist ja schon fast 'ne philosophische Frage, aber ich, ich denke, also so denke ich halt, gibt es nicht irgendwas, was man nicht verlieren kann?
00:26:02: Sprecher 2 Muss ich selber mal drüber nachdenken.
00:26:03: Sprecher 3 Genau, da denke ich, da denke ich, da müsste man, na, ist interessant.
00:26:08: Sprecher 3 Also können wir ja, können wir ja mal für einen Moment so den Raum und uns gemeinsam, ne, so.
00:26:15: Sprecher 2 Das macht ja dann vielleicht auch deutlich, wenn man, wenn man die Frage gar nicht so schnell beantworten kann, dass es offensichtlich 'n ziemlich großen Raum gibt für Dinge, die man verlieren kann, wenn es eigentlich alles ist, was es halt umfasst, ne.
00:26:27: Sprecher 2 Und.
00:26:28: Sprecher 4 Ja, vor allem die auch nie wiederkommen, ne, das ist ja auch die, das Thema, das von Verlieren, es gibt doch dieses eine Lied, ne, ich bin wieder.
00:26:36: Sprecher 2 Da wird das doch gesagt, dass dass nicht jeder, jeder Abschied bedeutet, es gibt auch 'n Wiedersehen.
00:26:45: Sprecher 3 Nicht, nicht jeder, nee, nee.
00:26:46: Sprecher 2 Das ist, ich glaube, das ist von von 'ner Band, deren Namen ich hier nicht lieber nicht sage, O.
00:26:53: Sprecher 2 K., aber das ist ja so, ne, also nicht, nicht jeder Abschied bedeutet, dass es 'n Wiedersehen gibt und als, als, als Kind, wenn man so groß wird, denkt man ja so, Oma und Opa, also man kommt ja gar nicht auf die Idee so von Sterblichkeit, ne, und dann
00:27:11: Sprecher 2 weiß ich noch, wie das bei mir selber halt auch war.
00:27:13: Sprecher 2 Dann kommt dann irgendwann so die die die Mutter mit 'nem leicht bedröppelten Gesicht und versucht einem auf 'ne angemessen schonungsvolle Art und Weise deutlich zu machen, der Opa, den siehst du nicht noch mal wieder, ne.
00:27:28: Sprecher 2 Also kann ich mich also auch noch dran erinnern, das sind so die ersten Erfahrungen im Austausch mit dem Thema Verlust.
00:27:37: Sprecher 2 Und ja, ich meine, je älter man wird,
00:27:41: Sprecher 2 die Einschläge kommen näher, machen wir uns keine Illusionen.
00:27:44: Sprecher 2 Irgendwann sind wir selber halt auch dran.
00:27:47: Sprecher 2 Aber es wird ja dann mit zunehmendem Alter halt eher mehr und nicht weniger, ne.
00:27:52: Sprecher 2 Und da hat man ja schon dann die ein oder andere Verlusterfahrung halt gemacht und dann begreift man schon, ja, vielleicht war das das letzte Mal, dass wir uns gerade wieder gesehen haben.
00:28:02: Sprecher 2 Und da kommt ja das, muss ja nicht nur altersbedingt sein, da schlägt ja das Schicksal dann teilweise auch vollkommen erbarmungslos zu, dass auch jüngere Menschen
00:28:11: Sprecher 2 auf einmal dann nicht mehr da sind, ne.
00:28:14: Sprecher 2 Unlängst auch 'n gemeinsamer Bekannter mit 47 vollkommen unerwartet, also für alle vollkommen unerwartet und und plötzlich verstorben ist.
00:28:27: Sprecher 2 Furchtbare Sache, auch sehr traurige Angelegenheit, die einem aber auch mal wieder zeigt, wie kostbar das ist,
00:28:36: Sprecher 2 Die Zeit, die man miteinander hatte und das Leben halt im Allgemeinen, gerade weil sie endlich ist und verloren gehen kann.
00:28:44: Sprecher 2 Denn wenn das alles unendlich wäre und nie verloren gehen würde, dann glaube ich, würden wir das nicht besonders schätzen, weil es eben nicht so kostbar und und und verlierbar wäre.
00:28:57: Sprecher 2 Mhm, ne, also ich glaube, wenn Menschen ewig leben würden, dann wären sie sehr verschwenderisch mit mit jedem Tag und würden ihn, glaube ich, nicht besonders schätzen.
00:29:07: Sprecher 3 Ich hab hab gerade gedacht, vielleicht sind so die beiden Begriffe Dankbarkeit und Achtsamkeit und Achtsamkeit, da noch mal gerade in der Möglichkeit des Verlustes steckt, der Bewürdigung dessen, was jetzt gerade ist, was jetzt gerade Moment zu haben, Moment auch den Kontakt zu einem Menschen, aber vielleicht sogar auch um die Dankbarkeit.
00:29:26: Sprecher 3 Danke, dass ich gerade hier, danke, dass ich gerade hier an diesem Unternehmen, an diesem Arbeitsunternehmen, am Zentrale Arbeitsplatz, et cetera, und ist ja fast fast die zweite philosophische
00:29:36: Sprecher 3 die Zwischenbeantworten, aber die Behörden, sie können darüber nachdenken.
00:29:41: Sprecher 3 Würden sie wissen wollen, wann sie sterben wollen, wann sie?
00:29:44: Sprecher 2 Die Frage kann ich sehr leicht beantworten, auf gar keinen Fall, nicht zu schliffern, wie die, wie die, wie das Kaninchen vor den Schlag ist, würde ich hier ganz auf gar keinen Fall sagen, dass wir da, ja, also am Ende, ja, oder nur noch 20 Jahre, das
00:30:07: Sprecher 2 weiß nicht was, das auf der Party heulen, je nachdem, wahrscheinlich dann, das ist ja, das ist ja nun mal so, nach allem, was wir zumindest so aktuell wissen, das Leben ist wahrscheinlich 'ne endliche Angelegenheit, zumindest hier das irdische Leben über alle anderen Sachen will ich hier an der Stelle nicht philosophieren, zumindest hier das irdische Leben über alle anderen Sachen will ich, das ist halt nicht Philosophie, unwiederbringlich und dadurch und durch seine Endlichkeit hat es halt das unwiederbringlich und.
00:30:36: Sprecher 3 Mag uns so ein eine eine Frage reingeben, so haben wir jetzt, glaub ich, hier gut rausgearbeitet, dass es individuell ist und dass es gut ist, ich sag mal, gütig mit sich zu sein und und individuell ist, geographiebezogenen Ansatz, ja, fand den Begriff so schön, das Stärkenohr, ne, also so, wenn wenn ich mich noch mal in 'ne Situation reinversetze, ich wär irgendwie in in einem Unternehmen tätig, ich merke, ein Kollege, eine
00:31:06: Sprecher 3 Q.
00:31:06: Sprecher 3 R.
00:31:07: Sprecher 3 Kollegin ist gerade in einer Phase von Verlust, merke ein Kollege, eine gibt es aus der Perspektive in einer Phase von Verlust, wissen ja alle, dass das jetzt so so einfache Rezepte nicht helfen, aber so oft kommen ja die Fragen, was vielleicht so einfache wirkliche Handlungsempfehlung oft kommen ja die Frage kollegial damit vielleicht gibt es gibt sowas wie ja Empfehlung auf jeden Fall nicht und so gibt es da noch so, wenn wir die Perspektive nehmen, also wie gehe ich sozusagen gut kollegial
00:31:36: Sprecher 3 mal mit den Menschen um, die eben einen Verlust gerade erlebt haben.
00:31:41: Sprecher 4 Da kann ich fast sagen, also oder da kann ich sagen, was man nicht tun sollte, ist demjenigen aus dem Weg zu gehen, ne, je nachdem, was man natürlich auch von der Beziehung zu dem hat.
00:31:51: Sprecher 4 Aber nee, falsch, egal was man für 'ne Beziehung zu diesemjenigen hatte, weiterhin in Kontakt zu bleiben ist, glaube ich, das Allerwichtigste, weil ganz viele Menschen
00:32:04: Sprecher 4 erfahren, dass die Leute ihnen aus dem Weg gehen, weil die das Umfeld drumherum eben oft sehr unsicher ist, weiß eben überhaupt nicht, wie soll es damit umgehen, was soll ich jetzt sagen, was kann ich jetzt sagen, will ja nichts schlimmer machen und oh, das Thema ist mir eh total unangenehm und vermeiden dann eher den Kontakt und das ist etwas, was trauernden Menschen auch so im Arbeits und Kontext sehr, sehr stark begegnet, dass sie da auch noch mal so gemieden werden, dass das
00:32:32: Sprecher 4 ne, die wollen vielleicht auch nicht die ganze Zeit drüber reden, aber so 'ne kleine Mini Geste, einmal hingehen, was in den eigenen Worten sagen, es muss, ich muss damit nichts besser machen, muss damit keine Stimmung aufhellen, das kann ich sowieso nicht, darum geht es nicht, einfach nur zeigen, ich bin da, wenn du was brauchst, tut mir wahnsinnig leid, was du da gerade erlebst und ich möchte dir in der Situation gern helfen und wie kann ich das tun, fragen, was derjenige braucht.
00:33:00: Sprecher 4 manchmal braucht er auch nichts, dann ist auch in Ordnung und möchte vielleicht das Thema umgehen, dann hat er aber zumindest die Chance, das auch zu sagen, dass er das nicht so thematisieren möchte, aber dann weiß man auch, wie man damit umgehen kann.
00:33:16: Sprecher 3 Finde ich ganz bedeutsam, also in Kontakt bleiben, nicht nicht wegducken, aber auch nicht aufdrängen, ne, so, so.
00:33:23: Sprecher 3 Und.
00:33:24: Sprecher 2 Sich nicht den Druck selber machen, das finde ich auch ganz wichtig, was du gesagt, wir können jemanden nicht die,
00:33:30: Sprecher 2 die die Verlusttrauer eben den Verlust halt wieder ausgleichen, ne.
00:33:34: Sprecher 2 Und der Ansatz sozusagen, ich muss jetzt irgendwas liefern, damit es dem anderen besser geht, sich davon 'n Stück weit freizumachen, finde ich, glaube ich, 'n ganz wichtigen Punkt.
00:33:44: Sprecher 2 Und dann glaube ich, wenn man sich diesen Druck nimmt, glaube ich, ist es leichter auch den den Kontakt zu suchen, weil man einfach, glaube ich, so 'n Stück weit absichtsfrei das Signal senden kann, ich bin da.
00:33:55: Sprecher 3 Ja, finde ich, finde ich noch mal total hilfreich, so auch so für unsere unsere höheren.
00:34:00: Sprecher 3 guck noch mal so 'n bisschen so, gibt es vielleicht noch was, wo wo du sagst, ah das das mag ich gerne noch teilen, gibt es noch irgendwas, was was dir, was dir vielleicht bei dem Thema grundsätzlich noch noch bedeutsam ist, einfach so in die in die Hörerinnenschaft auch noch mal rein zu geben, so.
00:34:16: Sprecher 4 Ja, also ich glaub, das war sogar das Wichtigste, was mir bei dem Thema auch immer wieder so entgegenschlägt.
00:34:22: Sprecher 4 dass Menschen, die trauern, oftmals noch mal Verluste erleiden, weil das Umfeld wegbricht, die ganz unsicher werden und eben dadurch manchmal auch der Arbeitsplatz überhaupt nicht mehr 'n guter Platz ist und Menschen innerlich kündigen.
00:34:40: Sprecher 4 Also von daher finde ich es wirklich wichtig, in Kontakt zu bleiben und was Christopher noch mal so herausgestellt hat, den Druck zu nehmen.
00:34:48: Sprecher 4 Also ich kann nichts besser machen, darum geht es auch gar nicht.
00:34:52: Sprecher 4 Es geht einfach nur darum, da zu sein, da zu sein, mal zuzuhören, einfach nur zusammen zu sein und nichts zu sagen, das reicht ja auch.
00:35:00: Sprecher 4 Oder ich stell 'n Blümchen auf den Tisch, denke bei einem Geburtstag oder 'n Todestag an jemanden, schreib 'ne kleine Karte.
00:35:09: Sprecher 4 Es sind so Kleinigkeiten, die einfach nur signalisieren, ich bin da.
00:35:14: Sprecher 4 Und wenn du, wenn du möchtest,
00:35:18: Sprecher 4 können wir beide diese Zeit zusammen verbringen, in welcher Form auch immer oder auch nicht?
00:35:23: Sprecher 3 Ja, würd ich ganz, ganz stark, also diese Offenheit zu haben, ne, ich bin da und bedränge dich nicht und ich kann dir deine Trauer nicht nehmen, aber ich kann aufmerksam sein.
00:35:34: Sprecher 4 Genau, ich kann dir zuhören, ich kann mit dir einfach nur zusammen sein, mit dir Dinge machen, die du gern machen möchtest,
00:35:43: Sprecher 4 das ist vielleicht bei Kollegen auch nicht immer so dieser Fall, dass das dann so eng ist.
00:35:49: Sprecher 4 Was man dann vielleicht im im im Büro machen kann, jemanden ermuntern, wollen wir zusammen in die Mittagspause zu gehen, beispielsweise, ne, das ist auch, sind ja schon diese kleinen Gesten, komm wir gehen zusammen 'ne Runde spazieren, soll ich mich zu dir mit ins Büro setzen und dann arbeiten wir zusammen.
00:36:07: Sprecher 4 solche kleinen Gesten reichen meistens schon aus, ohne sich total zu verbiegen oder irgendwas zu tun, zum den Druck zu haben, ich muss jetzt was, das ganz Große vollbringen, das funktioniert nicht für niemanden und das erwartet auch niemand.
00:36:22: Sprecher 3 Schön, ja, danke noch mal so für die für die Gedanken und Hinweise.
00:36:27: Sprecher 2 Ja, und ich würd sagen, damit sind wir auch schon heute wieder am Ende unserer Folge angekommen.
00:36:32: Sprecher 2 Also, vielen Dank, dass du da warst, dass du uns.
00:36:34: Sprecher 4 Ja, sehr gerne.
00:36:36: Sprecher 2 Einblick geben konntest in deine Arbeit und in das Thema Verlust.
00:36:39: Sprecher 2 Und wir hoffen natürlich, dass für die Hörenden und Hörenden da wieder interessante Sachen, hoffentlich vielleicht sogar unterhaltsame Sachen, mit dabei waren und der der Verlust, dass diese Folge jetzt zu Ende ist, nicht zu schlimm wird.
00:36:54: Sprecher 3 Ja, wir sagen vielen Dank und auf Wiederhören.
00:36:56: Sprecher 4 Tschüss.
00:36:58: Sprecher 1 Sie hörten den Podcast Business Coaching and More.
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00:37:08: Sprecher 1 Auf Wiederhören.