66 - Freundliche Führung
Nettigkeit ist eine Stärke – aber keine Führungsstrategie. Denn wer nur gefallen will, riskiert Unklarheit, fehlende Verbindlichkeit und eine Kultur, in der Regeln zum Wohle der eigenen Freundlichkeit ausgelegt werden. Außerdem wird Nettigkeit oft mit Naivität, Konfliktvermeidung und fehlender Konsequenz verwechselt. Wer führt, sollte also nicht künstlich gute Laune verbreiten – aber und auch nicht den harten Hund geben. Gefragt ist eine freundlich zugewandte Haltung, die gute kollegiale Beziehung und Zusammenhalt ermöglicht aber auch Grenzen mit Konsequenzen setzt, wenn es nötig wird.
Alle Inhalte der Folge auf einen Blick:
- Nettigkeit ist im Führungskontext wertvoll, reicht aber nicht aus, weil sie ohne Klarheit, Grenzen und Verbindlichkeit leicht als Schwäche missverstanden oder ausgenutzt werden kann.
- Führung braucht eine Balance aus Zugewandtheit und Konsequenz: Wer nur gemocht werden will, verliert Durchsetzungskraft; wer nur hart durchgreift, zerstört Beziehung und Vertrauen.
- Künstliche Nettigkeit, Dauerfröhlichkeit oder manipulatives Lob ersetzen keine echte Führungsbeziehung, sondern gefährden Glaubwürdigkeit, sobald Mitarbeitende die Inszenierung durchschauen.
- Gute Führung braucht Feedback und Reibung, weil ausbleibende Kritik kein Erfolgszeichen ist, sondern häufig darauf hinweist, dass Mitarbeitende sich nicht mehr trauen, relevante Wahrnehmungen auszusprechen.
- Gute Regeln schaffen nicht Kontrolle um der Kontrolle willen, sondern Verlässlichkeit, Sicherheit und Vertrauen, sofern sie transparent sind, für alle gelten und Regelverstöße nachvollziehbar bearbeitet werden.
- Eine funktionale Führungskultur zeigt sich auch daran, ob Regeln unabhängig vom Status gelten – etwa ob auch höhere Hierarchieebenen auf Verstöße hingewiesen werden dürfen.
Dauer: 30:11 Min.
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