Business-Coaching and more

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00:00:04: Willkommen

00:00:04: beim Podcast Business Coaching and More

00:00:07: von Dr.

00:00:08: Christopher

00:00:08: Rauern und Andreas

00:00:09: Stahlnübel, Informationen und Inspiration

00:00:13: für Coaching-Profis

00:00:14: – und alle, die es werden wollen!

00:00:18: Mein Name ist Christopher RAUERN

00:00:20: und mein Name ist Andreas Stahlenübel.

00:00:22: Wir arbeiten beide seit über fünf, zwanzig Jahren als Business Coaches und sind ursprünglich Diplompsychologen

00:00:28: Und mit diesem Podcast wollen wir unsere Erfahrungen rund um das Thema Coaching teilen und auch dabei ein wenig über den Tellerrand hinausblicken.

00:00:38: Nett sein reicht

00:00:51: tatsächlich nicht.

00:00:52: Und das gilt, glaube ich, nicht nur für Führungskräfte sondern das gilt für ganz viele Situationen im Leben wo Menschen einfach auch regelmäßig die Erfahrung machen wenn du nur nett bist dann wird einem das häufig auch als Schwäche ausgelegt und machen wir uns nichts vor dass wird ausgenutzt.

00:01:11: Das heißt netz sein ist natürlich erstrebenswert.

00:01:13: Ich glaub' wir haben beide auch kein Problem damit es gut ist net zu sein.

00:01:17: Aber man sollte eben auf der anderen Seite nicht so naiv sein zu glauben, dass das ausreichen würde.

00:01:22: Denn wir leben halt in einer Welt mit vielen unterschiedlichen Menschen.

00:01:26: Da gibt es gute Menschen, da gibt es weniger gute Menschen und nette Menschen.

00:01:34: Und damit müssen sie uns auseinandersetzen.

00:01:36: Wir wissen ja alle die Erfahrung wenn jemand nett ist und jemand anderes ist es nicht.

00:01:41: Was passiert denn in der Dynamik?

00:01:43: Das wird nicht einfach werden!

00:01:45: Weniger netten Menschen werden jetzt nicht einfach dadurch nett, dass sie mit angenehmeren Leuten zu tun haben.

00:01:51: Da appelliere ich immer so ein bisschen an das Thema Realismus also zu schauen.

00:01:56: was braucht es jetzt insbesondere in Führungssituation aber auch durchaus exemplarisch anwendbar in anderen Situationen wenn man eigentlich nett sein möchte?

00:02:05: Aber man merkt Das wird nicht honoriert.

00:02:09: Ja und ich mach mal, du hast das gerade so schön gemacht.

00:02:11: Einerseits andererseits nicht.

00:02:12: Ich mache mal eine Dimension auf die ich tatsächlich auch wirklich gerne im Coaching nutze.

00:02:17: also wenn sie sich selbst mal reflektieren in ihrer Führungsrolle, in ihrer Leadership-Kompetenz und wir tun mir so für einen Seite Läge, die Dimension Klarheit, Deutlichkeit, Konsequenz nennen was mal irgendwie so und auf der anderen Seite vielleicht Zugewandtheit, Freundlichkeit und nennen wir es mal Nettigkeit Und jetzt mal für sich zu justieren, wo bin ich denn gerade?

00:02:37: Also wo ist vielleicht meine Humbase.

00:02:39: Weil ich eins immer wieder erlebe dass viele Führungskräfte sehr stark getrieben sind aus dem Motiv heraus anerkannt zu werden oder vielleicht gemocht zu werden.

00:02:52: Wie beschreibende eigentlich bin ich harmoniesüchtig und da glaube ich tatsächlich das Führungs- und Harmoniesucht zumindest nicht die ideale Kombination darstellen.

00:03:04: Ich brauche sozusagen die Kompetenz zur Flexibilität, also auf der einen Seite sehr zugewandt zu sein.

00:03:11: Nennen wir mal als synonymen Net.

00:03:14: Also mich um andere zu bemühen auch vielleicht ein freundliches Wesen zu haben, offenes Wesen, kooperatives Miteinander zu gestalten.

00:03:21: Auf der anderen Seite aber auch sehr deutlich zu sein in meiner Erwartung, sehr deutlich to sein und auch in Grenzsetzung.

00:03:29: Ja ich glaube das ist ganz wichtig es Grenzen zu setzen Das ist auch wichtig, es klare Regeln zu setzen.

00:03:34: Also transparente Regeln an die man sich natürlich gerade als Führungskraft erstmal selber hält.

00:03:41: Ansonsten hat man ein Problem mit dem Thema Glaubwürdigkeit und dann sind wir auf einer ganz anderen Ebene unterwegs.

00:03:45: aber bleiben wir mal bei dem Thema net.

00:03:47: Natürlich kann man nett sein unverbindlich das ist ja gar kein Widerspruch.

00:03:52: Aber manche Menschen verwechseln halt in ihrem Bedürfnis nach Harmonie.

00:03:56: Du hast eben schon das Thema Harmoniesucht angesprochen dass sie dann vielleicht Abstriche machen müssen, was das Thema Harmonie anbelangt.

00:04:07: Wenn sie einfach mehr Verbindlichkeit reinbringen und das ist so das Hauptthema aber sich auch in meiner Arbeit wahrnehme warum es an Verbindlichkeit halt mangelt da ist das Bedürfnis nach Harmonie und das kann man noch nicht machen.

00:04:17: und wie könnte das ankommen?

00:04:18: Dann doch immer ein bisschen zu groß Und dann geht die Verbindigkeit verloren.

00:04:22: und wenn das passiert und jemand nett ist Ja, dann wissen wir dass kann gut gehen Aber es wird auch immer jemanden geben der das ausnutzt Und dieser Person, dieser Mensch der hat dann natürlich auch leider eine Vorbildfunktion für andere.

00:04:41: Dann kann das ganz schnell passieren dass es dann wegerodiert und dass dann eben das Bedürfnis nach Harmonie, des Bedürfs nach Nettigkeit dazu führt dass wie so schön heißt die Mäuse auf dem Klavier tanzen.

00:04:55: Das ist natürlich nur eine Analogie und sie soll deutlich machen dass wir Verbindlichkeit brauchen nicht um jetzt den harten Hund herauszulassen, sondern dass eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Menschen.

00:05:08: Das können wir im Großen wie im Kleinen immer bestimmten Regeln folgt und wenn jeder macht was er will und alles egal ist dann herrscht natürlich Chaos.

00:05:16: also da wissen wir halt auch regelbasierte Zusammenarbeit ist wichtig im großen wie im kleinen weil nur so kann Verlässlichkeit entstehen.

00:05:25: man weiß was man zu erwarten hat und nur wenn so eine Verläßlichkeit wiederum da ist Dann haben wir die Grundlage für Vertrauen.

00:05:33: Und ohne Vertrauen zu führen, ist es faktisch unmöglich.

00:05:36: Dadurch entsteht wiederum Sicherheit, Orientierung und Klarheit.

00:05:40: Ich finde diesen Begriff, wie ich nochmal aufgreifen, gedeihliche Zusammenarbeit so schön.

00:05:45: Weil wir erleben oder ich erlebe das zumindest oft, dass wir gerade in so einer Diskussion drin stecken – in vielen Firmen.

00:05:54: Wir müssen sozusagen... unbedingt auf einer Ebene sein, wir müssen sehr kooperativ sein.

00:06:00: Wir haben Konzepte von New Work

00:06:01: etc.,

00:06:03: alles Konzepten die ich übrigens sehr zugewandt bin.

00:06:06: und dennoch bin ich sehr überzeugt davon und das eint uns glaube ich auch sehr Christopher dass es eben ohne dass eine nicht das andere gibt also ohne die Klarheit gibts eben nicht die Dimension ... von Zugewandtheit.

00:06:20: Und ich mache mir das immer an was ganz Simplen deutlich, ... ... nehmen wir mal Straßenverkehr also tun wir mal so... Ich sehe es ein,... dass ich... dreißig kmh in einer bestimmten Zone fahre, weil da irgendwie einen alten Heim ist in der Schule oder was auch immer.

00:06:34: So!

00:06:35: Dennoch wird's immer wieder Menschen geben die ohne die Kenntnisnahme, dass es auch Polizei gibt und vielleicht Geschwindigkeitskontrollen damit sechzig lang Bretter an.

00:06:47: Das heißt, nur der Appell an kooperative Beziehungsmuster scheint zu kurz zu greifen.

00:06:53: Ich brauche auch immer eine Instanz die auch deutlich machen kann und das genau ist die Grenze die du jetzt erreicht hast.

00:07:02: und dass genau ist eben ein Muster was ich in mir aktivieren kann was ich als nicht mehr nett beschreibe.

00:07:10: Ja wobei wir jetzt auf eine Sache natürlich ganz genau acht geben müssen bis jetzt Gegenteil von nett der richtige Weg.

00:07:19: Und da sag ich, nee das ist auch falsch.

00:07:20: Also weil wir erleben ja teilweise aus so einen Rebounds dass jetzt alles in die andere Richtung wieder läuft.

00:07:27: Vorher war man auf Harmonie und aus Ausgleich bedacht.

00:07:30: Jetzt auf einmal geben viele dann wieder den harten Hund an wollen jetzt wieder hart durchgreifen und es gibt ja auch eine Sehnsucht nach der harten Hand nach der starken Faust.

00:07:40: Da muss man halt sagen von einem Extrem ins andere Fallen ist jetzt auch keine Lösung, sondern wir applaudieren ja immer für eine gewisse Balance.

00:07:50: Das heißt es geht nicht darum dass man nicht net ist, sondern es geht halt darum.

00:07:56: zwar kann man nett bleiben und man sollte es auch wenn du mich persönlich fragst weil es einfach vieles erleichtert aber das geht nicht ohne Regeln und es geht eben nicht ohne die Verbindlichkeit wie du es gerade gesagt hast.

00:08:08: und Regeln die kann man nicht einfach nur aufstellen sondern Regeln, die müssen überprüft werden.

00:08:13: und ganz wichtig Regel Verstöße müssen möglichst sichtbar auch geahndet werden.

00:08:20: Denn wenn das nicht passiert dann haben wir wieder diesen Effekt den du gerade beschrieben hast.

00:08:25: Dann gibt es zu viele Raser sozusagen vor der Schule.

00:08:29: Deswegen muss dann halt ab und zu mal kontrolliert werden Und so ist es halt auch.

00:08:32: Das macht man nicht aus Misstrauen.

00:08:34: Viele Menschen rasen ja auch deswegen Nicht aus böse Absicht Sondern sie haben das Schild nicht gesehen oder sie glauben, dass ihnen Grund haben der jetzt wichtiger ist als die Ordnung am Straßenverkehr und das gibt es im übertragenen Sinne ja auch immer.

00:08:49: Das heißt Menschen müssen das nicht aus böse Absichter ausmachen.

00:08:51: manchmal machen sie es aus Unwissenheit heraus, manchmal machen Sie es aus Druck heraus.

00:08:56: und trotzdem ist es immer wieder die Aufgabe in der Führung dafür zu sorgen, dass es Regeln gibt an die sich alle zu halten habe.

00:09:04: ich glaube das ist auch noch mal ein ganz wichtiger Punkt.

00:09:07: Wenn man über regelbasierte Ordnung halt nachdenkt, in dem Moment wo es Ausnahmen gibt und die nicht gut begründet werden können.

00:09:15: Natürlich gibt's immer Gründe für Ausnahmen aber sie müssen gut begrundet werden.

00:09:20: Da herrscht dann auch wieder ganz schnell Willkürne.

00:09:23: wenn jeder macht was er will oder wenn jeder eine Ausnahme für sich erfindet oder wenn Ausnahmen zur Regel werden hat man das gleiche Problem nämlich keine Ordnung somit keine Orientierung lässt das Vertrauen erodieren.

00:09:38: Dann sind wir wieder bei dem Punkt, den wir ever hatten also von einem extrem ins andere Fall ist jetzt auch nicht die Lösung.

00:09:44: deswegen ich immer sage ja man kann natürlich kann man ruhig nett sein spricht überhaupt nichts dagegen dass zu tun.

00:09:50: aber man sollte nicht naiv dabei sein wenn man nett

00:09:53: ist.

00:09:54: Grund geht es ja um in Beziehung gehen und beziehungen finde ich hat auch viel mit bezugspunkten zu tun.

00:10:00: was ist der bezugspunkt auf ... den sich meine Mitarbeitenden, meine Kolleginnen und Kollegen auch verlassen können.

00:10:07: Also ich beziehe mich auf etwas... ...und da sind wir bei Regeln.

00:10:11: Und wir machen es mal so ganz praktisch im Coaching.

00:10:13: das eine ist.

00:10:14: Wir haben ja schon diese Innere Balance,... ...diese innere Justierung angesprochen.

00:10:20: Das andere wäre auch... ...auf eine eigene Organisation zu blicken und sich mal der Frage zu stellen... ...was ist eigentlich bei mir im Laden wie wir immer so schön sagen geregelt?

00:10:32: Und welche Regeln sind funktional, welche sind dysfunktional?

00:10:36: Also welche unterstützen aktuelle Zielrichtung.

00:10:39: Welche blockieren die R?

00:10:41: Welche sind aufgeschrieben und welche sind vielleicht eher informell?

00:10:45: Wie gehe ich damit

00:10:46: um

00:10:48: kluge Regeln gemeinsam zu entwickeln?

00:10:50: was ist mir aber in der Führungsverantwortung auch einfach wichtig?

00:10:54: Und das kann eine ganz einfache simple Regel sein.

00:10:57: Sie kennen das alle im Treppenhaus, rennen wir im Treffenhaus oder fassen wir uns am Treppengeländer fest und jetzt kann man darüber lachen.

00:11:05: Man kann auch sagen naja wenn es mal einen schweren Unfall gab ist auf einmal klar warum es eine sinnvolle sicherheitsorientierte Regel gibt an die sich dann aber auch übrigens wieder die Führung halten muss.

00:11:17: hier erlebt dass immer wieder gerade wenn Vorstände in Produktionsunternehmen durch die Gegend gehen halten die sich selbst an die Sicherheitsbestimmung, setzen den Helm auf haben die Ohrschutz und haben die Sicherheitsschuhe oder sagen hey ich bin Vorstand.

00:11:34: Ich bin einfach unverwundbar.

00:11:36: und noch besser traut sich ein Produktionsleiter oder vielleicht sogar ein Produktion zum Mitarbeiter den Vorstand an einen Regelbruch zu erinnern.

00:11:47: dann haben sie Kultur die nicht nur nett ist sondern hilfreich miteinander.

00:11:53: Die Frage ist, wie würde dieses Gedanke-Experiment weiter verlaufen?

00:11:58: Da hätte ich auch Fantasien anzubieten.

00:12:01: Wir wissen ja dann letzten Endes macht etwas mit Menschen... Es wäre wünschenswert wenn es so wäre, wie du es gesagt hast.

00:12:10: aber auch da gilt was sich gerade gesagt hat sind wir nicht naiv.

00:12:13: natürlich gibt's immer Regelbrüche und die Frage ist nicht ob es sie gibt oder nicht.

00:12:19: Es gibt Regelbrüche, wie gesagt gar nicht unbedingt aus böser Absicht.

00:12:23: Sondern es gibt Regel brüche weil wir Menschen sind, weil wir Fehler machen.

00:12:26: Weil wir alle Fehler machen.

00:12:27: das ist nichts zu vermeiden.

00:12:29: die Frage ist nicht ob es Regelbräuche gibt, die gibt's.

00:12:32: Die Frage ist wie wir damit umgehen und wie konsequent wir damit Umgehen Und wie wir dafür Sorge tragen dass auf einem erträglichen Level zu erhalten?

00:12:41: Weil auch die Illusion Dass man das auf null zurückführen könnte möchte ich hier mal bewusster nehmen, das ist schlicht und ergreifend nicht machbar.

00:12:49: Da kann man so nett sein wie man will, da kann man auch streng sein wie Man will ,da kann man So regelbasiert sein wie Mann will.

00:12:56: Das ist ein stetes sich bemühen Aber das sind einen Zustand den man sozusagen nie erreicht.

00:13:02: der Idealzustand Ist eine zustande die man sich orientiert Und dass finde ich halt auch wichtig Nicht immer gleich ins moralisieren zu kommen an so einer Stelle Sondern sich zu sagen ja wo menschen zusammenarbeiten passieren Fehler.

00:13:17: egal ob das jetzt Mitarbeiter oder Vorstände sind, alle machen Fehler.

00:13:21: Die Frage ist wie gehen wir damit halt um und wie gelingt es uns letztendlich zu einer Form von Zusammenarbeit zu finden die uns verschleißfrei oder möglichst verschleißt arm, so möchte ich mal formulieren produktiv macht?

00:13:35: Und wenn es das dann noch gelingt in der Kultur zu überführen wo man gerne zur Arbeit geht gerne morgens hinfährt und sich nicht denkt, oh mein Gott, warum tue ich mir das an?

00:13:47: Wenn ich nicht so viel Geld dafür bekäme würde ich zu Hause bleiben.

00:13:50: Dann haben wir halt relativ viele erreicht.

00:13:53: Das sind vermutlich auch nicht nur für mich gute Orientierungspunkte sondern hoffentlich auch für viele andere Menschen.

00:13:59: Nichtsdestotrotz wissen wir ja Es sieht in vielen Stellen anders aus Wie viele Menschen gibt es die sich jeden Morgen zur Arbeit schleppen Und sich denken eigentlich habe ich innerlich gekündigt und ich mache das nur weil ich es muss, weil ich meine Rechnung bezahlen muss.

00:14:16: Weil ich Dinge abzubezahlen habe, weil Ich Verpflichtungen eingegangen bin.

00:14:20: Und vielleicht auch weil ich Angst davor habe was passiert wenn ich etwas Neues machen würde.

00:14:25: Das sind natürlich auch Punkte die nicht so selten sind, wenn man sich zu entsprechender Statistiken halt anschaut.

00:14:34: was so Mitarbeiter zur Friedenheit anbelangt.

00:14:38: Versuchen Fügungskräfte dann häufig wieder nett zu sein, um für eine bessere Stimmung zu sorgen.

00:14:44: Da haben wir dann so Stromberge-ähnliche Effekte, dass die Leute dann umso mehr nett sein wollen und gute Laune verbreiten wollen und damit allen noch mehr auf die Nerven gehen.

00:14:54: Kennst du solche Situation?

00:14:56: Ja also sehr lebendig!

00:14:58: Ich habe gerade auch nochmal gedacht als wir gelieben, ja du jetzt auch... in so eine Ausschnittswelt und wenn wir gucken, wie viel Mitarbeitende, wie viele Menschen wirklich unter Arbeitsbedingungen, ich sage mal wo es leiden.

00:15:11: Das sieht sich auch nochmal zu fägigen Wertigen.

00:15:16: Und gerade noch einmal bei dem Thema kenne ich das ja.

00:15:20: also ich finde grad so... das finde ich am schlimmsten um ehrlich zu sein.

00:15:24: jetzt mache ich's doch Werten.

00:15:25: Wenn vorgesetzte männlich oder weiblich das wirklich so künstlich reinbringen sagen Eigentlich der Clown der Gruppe, ich muss für gute Stimmung sorgen.

00:15:34: Ich muss da morgen nichts hingehen und motivieren.

00:15:37: Hallo sagen!

00:15:39: Und ich glaube dass es viel viel bedeutsamer ist ein Weg zu finden echt zu sein und zwar rollen bewusst

00:15:48: echt.

00:15:50: Also Authentizität ist ja nicht ein großer Wert an und für sich sondern Einschätzbar, ich bin nahbar in einer Art wie es für mich ebenstimmig ist.

00:16:01: Ich kenne Führungskräfte die reden mit ihren Mitarbeitenden und ich mach's nicht überzeichnet so wenig wie möglich aber wenn sie mit denen Kontakt haben sind die sehr klar im Erwartungsmanagement die sind aber auch sehr klar Im Angebot von Unterstützung Und ich kenn die die ich die Quatschdenker nenne, die laufen durch den Betrieb.

00:16:22: Du hast das Gefühl sie sind immer fröhlich, immer gut gelaunt und genau wie du es auch beschreibst, da verdrehen die Mitarbeitenden in die Augen.

00:16:31: Es geht um Miteinander, es geht um vernünftiges Miteinander ,es geht um Orientierung.

00:16:37: und

00:16:38: ich komme nochmal auf den einen Punkt zurück.

00:16:40: Es gehe darum dass ich als Führungskraft nicht eigentlich nur alleinig so verführbar sein sollte durch die Rückkopplung meiner Mitarbeitenden.

00:16:53: Es wird Situationen geben, wo ich auch sogar gegen das Interesse der einzelnen Mitarbeitende zum Wohl des Ganzen handeln muss.

00:17:02: Das sind die bittersten Situation aber auch das ist Führung.

00:17:05: und nochmal es geht jetzt nicht darum dem autoritären Führungsstil oder überhaupt autoritären Mustern und Verhaltensweisen hier wieder den Teppich auszurollen.

00:17:17: Es geht darum, Unnaivität um mal so ein Kunstwort reinzunehmen dass das ist unser Ansinngrad.

00:17:27: Oder schlicht und ergreifend realistisch und realistlich bedeutet eben Fehler mit einzubeziehen weil sie wie gesagt sowieso unvermeidbar sind davon auszugehen, dass Regeln halt gebrochen werden und das Nettigkeit gewertschätzt aber auch ausgenutzt wird.

00:17:43: Weil das gehört zum Realismus halt mit dazu.

00:17:47: deswegen brauchen wir eine gute Beobachtung damit wir es halt auch sehen weil manche Führungskräfte neigen zur Blasenbildung.

00:17:54: wenn ich in meiner eigenen Blase lebe in der ich nur noch das sehe was ich gerne sehen möchte im Guten wie im Schlecht dann kriege ich natürlich bestimmte Dinge nicht mehr mit.

00:18:04: Zu einem gesunden Realismus gehört es eben auch, sich jenseits seiner üblichen Blase zu bewegen aus der Echo-Kammer mal rauszukommen und sich die Dinge halt anzuhören, anzuschauen, anzusehen wie sie von anderen erlebt werden.

00:18:21: Das ist ja ein Kernproblem was wir immer wieder erleben das Führungskräfte entkoppelt sind von ihrem System und eine Vorstellung davon haben wie es halt sei unbedingt der Wahrnehmung der Mitarbeitenden.

00:18:36: Und Realität ist letztendlich das, was man gemeinsam teilt an Wahrnehnungen und Anschlussfolgerungen daraus.

00:18:42: Wenn wir da nicht auf einen Konsens kommen, dann bewegen wir uns in unterschiedlichen Welten.

00:18:47: Das kann funktionieren!

00:18:49: Das kann aber auch ganz böse enden.

00:18:51: Deswegen sage ich immer, konstruktivistisch gesehen ist es mit der Realität so eine Geschichte.

00:18:55: Aber am Ende müssen wir zusammenarbeiten in den Lebenswelt teilen und auch die Schlussfolgerung, wie wir da miteinander umgehen.

00:19:03: Das sollten wir auch schon teilen.

00:19:05: Ansonsten wird es nichts mit einer gedeihlichen Zusammenarbeit.

00:19:08: Und deswegen sage ich immer auch auf die Echo-Kammer anachten, auf die Blase halt achten, darauf achten... Auf meine eigene Wahrnehmung höre ich und sehe vielleicht nur noch das was ich halt will.

00:19:20: Und das kann dazu führen dass sich zunett wert.

00:19:23: Es kann vor allen Dingen aber dazu führen, dass ich bestimmte Dinge nicht mehr sehe.

00:19:28: Und das ist der Weg ins unrealistische Denken.

00:19:32: Das muss man ja sehen, dass passiert relativ häufig.

00:19:36: Häufig merkt man es natürlich erst im Nachhinein.

00:19:40: Das war ein strategischer Fehler und da haben wir uns vielleicht abhängig gemacht.

00:19:43: Sehen wir jetzt auch in einer ganz großen Politik.

00:19:46: Man hat halt gedacht, das geht immer so weiter, das läuft jahrelang so gut.

00:19:49: Wir brauchen bestimmte Dinge gar nicht mehr.

00:19:51: Jetzt stellen wir fest, oh nee, wir brauchen das doch!

00:19:54: Infrastruktur verrottet, wer hätte das gedacht?

00:19:56: Was für eine Überraschung!

00:19:58: Ich dachte man kann das einfach alles kaputt sparen und kommt damit durch.

00:20:01: Nee hat dann doch nicht geklappt wird jetzt richtig teuer.

00:20:05: Kostet jetzt halt alles das Doppelte-und Dreifache und funktioniert tut es in gewisse Zeit lang auch nicht wundervoll.

00:20:11: Das meine ich mit Fehler.

00:20:13: am Ende sind die nicht zu vermeiden.

00:20:15: aber was wir schon vermeiden können ist dass wir uns zu sehr in einer Echokammer, in der Blase befinden.

00:20:22: Wo wir nur noch das sehen, was wir gerne sehen wollen und wo wir vielleicht viele Signale übersehen.

00:20:29: und die Signale, die manenden Signale wenn du mich fragst... Die sind immer da!

00:20:35: Sie werden halt häufig nun nicht gehört und nicht gesehen.

00:20:38: Teillich sehr.

00:20:39: also.

00:20:39: ich bin auch fest von überzeugt Wir brauchen Feedback Systeme und da bin Ich auch ein großer Verfechter dass wir als Coaches auch einen Blick haben für organisationale Feedbackprozesse.

00:20:51: Das kann sein, dass ich ankoppel an ein dreihundertsechzig Grad Feedback.

00:20:56: das kann sein... ...dass wir Mitarbeiterbefragungen durchführen.

00:21:00: Es kann aber auch sein.

00:21:02: jetzt kommen wir nochmal einmal zum Coach.

00:21:04: also der Coach als Resonanzkörper bin ich als Coach selbst.

00:21:08: in der Nettigkeitsfalle spreche ich sozusagen eher Für den Klienten oder spreche ich auch manchmal eine Spiegelung aus, die sich vielleicht der ein oder andere nicht mehr getraut.

00:21:22: Bin ich sozusagen auch ausreichend Reibungsfläche konfrontativ genug ohne verletzten zu werden und das ist sicherlich auch ein Teil des Professionsbestecks aber auch der Professionshaltung als Coach ausreichende konfrontativ auch werden zu dürfen, damit genau durch diese Reibungsfläche etwas entsteht was nicht nur ein Zerrbild ist.

00:21:47: Weil natürlich viele Führungskräfte es gewohnt sind ab einer bestimmten Ebene allemal sehr stark eine Jahrresonanz zu bekommen.

00:21:57: Ja das ist eine hervorragende Idee.

00:21:59: ja genauso machen wir's.

00:22:00: ja sie sehen hervorragen aus heute so wie gestern übrigens auch Und durch das auch sich zu getrauen, naja da gibt es schon einen kleinen Fleck auf dem Hemd und Offerbluse.

00:22:13: Das hat ihn nur keiner berichtet.

00:22:15: Da erinnern wir uns an des Kaisers neuen Kleider die so stark gar nicht wirklich da waren.

00:22:25: Ja das sehen wir im kleinen und größeren natürlich auch in anderen Kontexten.

00:22:29: eben dann unternehmen Wenn nicht mehr kritisiert wird heißt das nicht dass man alles richtig machen Und das kann ich wirklich nur allen Führungskräften, die vielleicht gerade zugehören mitgeben.

00:22:39: Wenn sie nicht kritisiert werden dann ist das kein gutes Zeichen sondern es heißt einfach nur Leute trauen sich nicht mehr ihnen dass du sagen es heißt nicht dass ihr alles richtig gemacht haben.

00:22:50: davon kann man leider getrost halt ausgehen denn wie gesagt jeder macht Fehler wir machen Fehler und Sie werden ist wahrscheinlich auch Fehler gemacht haben.

00:22:59: wenn man den nicht mehr zurück meldet fühlt sich das gut an als Empfänger der Nicht-Botschaft, aber es wird langfristig nicht gut gehen.

00:23:07: Deswegen pländieren wir halt da auch für ein gesundes Maß an Selbstreflexion und auch Kritikfähigkeit, wenn gleich wir ja immer wieder – und jetzt ja auch aktuell in der großen Politik – Menschen sehen die ja insbesondere scheinbar deswegen so erfolgreichen Anführungsstrichen sind weil sie überhaupt nicht kritikfähig sind und weil Sie überhaupt nicht reflektionsfähig.

00:23:31: Ich habe

00:23:33: gerade so schockiert ein inneres Bild gehabt und ich dachte ja, hoffentlich führt der Titel nicht dazu dass viele denken, genau sowas meinen die jetzt auch.

00:23:45: Also ich koppeln mal einmal an der Frage Erfolg was wir noch nicht wissen ist sind diese Strategien die du gerade ansprichst einen Strohfeuer oder lang- oder bestenfalls mittelfristig wirklich erfolgreich.

00:24:01: Da würde ich mal einen leisen Zweifel machen, weil ich glaube schon dass sowas wie Verlässlichkeit in Vertragsbeziehung die Grundlage von wirtschaftlichen Erfolgsmustern sind.

00:24:13: und psychologisch kann ich es mir sozusagen einmal durch was scheinbar banales erklären je unsicherer wir sind je mehr suchen wir Sicherheit bei starken autoritären Persönlichkeitsmustern Und ich ahne, dass das gerade in der ein oder anderen Situation sowohl in Unternehmen als auch in der Politik exzellent genutzt.

00:24:35: Ich würde behaupten missbraucht wird.

00:24:38: Wie siehst du das?

00:24:39: Das sehe ich genauso.

00:24:40: also die Unsicherheit, die da ist und die auch zusätzlich meiner Meinung nach manchmal sogar aktiv noch befeuert wird ob jetzt wissentlich oder nicht spielt ja gar keine Rolle.

00:24:49: Die führt halt zu einer Sehnsucht nach Klarheit nach Struktur nach Verlässlichkeit.

00:24:55: Und dafür nimmt man dann sogar Menschen in Kauf, die in Wirklichkeit gar nicht verlässlich sind aber halt so als der starke Mann die starke Frau wirken.

00:25:05: und das ist der große Fehler und ich teile das sehr was du gesagt hast dass das Schein zu funktionieren.

00:25:10: tatsächlich erodiert da etwas weg.

00:25:13: ja das ist ein bisschen wie jemand der aus dem Hochhaus springt und also beim fünfundreißigsten Stockwerk ankommt sagt ich habe eine super Flug.

00:25:23: Und ja, wenn man diese Momenteaufnahme nur zur Beurteilung nimmt, denkt man sich doch, es hat doch funktioniert.

00:25:28: Der hat einen Superflug!

00:25:30: Wie das Ganze enden wird ist dann aber links wahrscheinlich eher hässlich und das müssen wir in einer Gesamtbetrachtung halt berücksichtigen?

00:25:36: Ja für eine gewisse Zeit lang kann sich das hervorragend anfühlen für die Betreffenden auch ihr Umfeld.

00:25:42: was danach kommt ist allerdings weniger schön und wenn man Vertrauen zerstört und durch Macht ersetzt, dann geht das natürlich eine gewissen Zeit lang an Anführungsstrichen.

00:25:51: gut Was danach kommt, ist aber totales

00:25:54: Chaos.

00:25:55: Weil auch der Starke wird mal schwach und dann hat man Probleme die noch viel größer sind als das was vorher da

00:26:08: war.

00:26:10: Nettigkeit als Manipulationsmuster.

00:26:14: Also mich erinnert das Ganze noch mal an die Zitat von Freut, also gegen Kritik kann ich mich wehren.

00:26:21: bei Lob bin ich machtlos?

00:26:23: Erlebst du sowas Christor?

00:26:25: Ja natürlich wird das genutzt.

00:26:27: Also dass Leute bewusst nett sind als Manapulation und nicht weil es einer inneren Haltung oder ein Bedürfnis nach Harmonie entspringt sondern weil es einfach nach dem Motto glückliche Kühe geben mehr Milch angewandt wird und man dann denkt wenn ich jetzt besonders nett bin zu den Leuten, dann erreiche ich heimlich dann doch besser das was ich eigentlich will ohne dass sich das sage.

00:26:50: Und ja das ist natürlich Manipulation Das ganz klar!

00:26:55: Ich glaube dass sowas eine Zeit lang funktionieren kann auch nicht muss aber kann... dass irgendwann rauskommt.

00:27:06: Und das selbst die Mitarbeiter, die vielleicht für sowas auch empfänglich sind, dass irgendwann merken... ...dass das nicht echt ist.

00:27:14: und dann hat man alles verloren was man als Jungs gerade verlieren kann weil dann vertraut dir keiner mehr Weil du dann einfach das Problem hast, dass du deine Glaubwürdigkeit verloren hast wenn die Leute merken.

00:27:23: Das ist einfach ein Trick eine angewandte Sozialtechnik.

00:27:27: deswegen würde ich dringend davon abraten das so anzuwenden mit dem Hintergedanken dass man dadurch mehr erreichen kann oder dass man andere reinlegen könnte, damit die das tun was man ganz gerne hätte.

00:27:43: Das wird in der Regel bestenfalls eine Zeitlage funktionieren und es ist so ein bisschen wie das was wir gerade hatten.

00:27:49: Was danach kommt ist dann halt weniger schön weil im Grunde genommen ist man dann wenn man mit so einer Strategie durchschaut wurde als Führungskraft verbrannt.

00:27:59: Es geht darum einschätzbar zu bleiben und zu sich selbst zu stehen, nicht zu manipulieren.

00:28:07: Und gleichzeitig ich nehme nochmal so diesen Begriff Balanciierungsfähigkeit mit rein also beide Anteile die wir alle haben klar zu sein deutlich zu sein freundlich integrieren zu sein zu erkennen und angemessen abzurufen nicht zu simulieren sondern wirklich abzurufen Weil letztendlich geht es immer darum Miteinander, wie hast du das so schön genannt?

00:28:33: Gelingendes.

00:28:35: Gedeiliges.

00:28:37: Also gedeiliches Mittenamt – für die ist ein totaler guter Schlüsselbegriff!

00:28:42: In dem Sinne wünsche ich zumindestens allen Hörenden einen gedeihliches Mitteinander mit sich selbst und in ihrer Organisation.

00:28:51: Und ich sage nett sein kostet nichts... Deswegen seien Sie nett.

00:28:56: Es macht Ihnen das Leben leichter, es macht den anderen das Leben leichter.

00:28:59: aber seien sie realistisch nett und nicht manipulativ nett.

00:29:03: Seien Sie einfach net aus Überzeugung – das ist der bessere Weg!

00:29:08: Seien sie nicht naiv sondern bleiben sie realstisch dabei.

00:29:11: dann gibt's auch keine Enttäuschung und dann wird man nichts zum Zyniker weil man so oft negative Erfahrungen gemacht hat obwohl wir noch immer so nett waren.

00:29:19: Das wollen wir ja auch nicht.

00:29:21: In dem Sinne vielleicht mögen Sie auch nett zu uns und unserem Engagement sein.

00:29:27: Wir freuen uns immer über Rückmeldung, Überbestätigung aber auch über Kritik und Wünsche und natürlich auch so Ihnen der Podcast gefallen hat und Nutzen gebracht hat.

00:29:37: Vielleicht haben sie den einen oder anderen wo sie auch so freundlich sind und eine kleine Empfehlung weitergeben.

00:29:51: Tschüss

00:29:59: und

00:30:04: auf Wiederhören!

Über diesen Podcast

"Business-Coaching and more" von Dr. Christopher Rauen und Andreas Steinhübel richtet sich an professionelle Coaches und Coaching-Interessierte. Die beiden Diplom-Psychologen, die seit über 25 Jahren als Business-Coaches tätig sind und gemeinsam seit 2002 eine Ausbildung zum Business-Coach leiten, wollen mit dem Podcast ihre Erfahrungen rund um Coaching teilen, dabei aber auch über den Tellerrand hinausblicken und aktuelle Themen aufgreifen.

Der Podcast erscheint monatlich.

von und mit Dr. Christopher Rauen & Andreas Steinhübel

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